Wer macht die Regeln?

Oftmals sind wir von Regeln und Normen umgeben: “Das macht man so”/”Das gehört sich nicht”/”So funktioniert abnehmen”/”Die 7 Regeln der…”… und jede Norm ist natürlich DIE richtige und erfolgversprechendste. Am krassesten ist es mir verdeutlicht worden, als ich Mutter wurde und mir in meinem Umfeld viele gut gemeinte Tipps entgegen kamen (Achtung: Gut gemeint ist nicht immer gut gemacht ;) ).

Ganz ehrlich: Ich habe die ganzen Ratgeber, wie der Umgang mit dem Kind angeblich am besten funktioniert, was in den einzelnen Entwicklungsphasen zu beachten ist, was tun bei… nie gelesen (ohaaaa). Anfangs dachte ich noch, sie seien eine gute Idee – so als Vorbereitung auf meinen neue Rolle – allerdings haben sie nur Druck und Verwirrung gestiftet… Statt dessen ist es viel mehr wert, auf seine eigene Stimme zu hören und seine Intuition zu nutzen, als den Maßstäben seines Umfeldes gerecht werden zu wollen.

Mal abgesehen von naturwissenschaftlichen Gesetzmäßigkeiten, sind kommunizierte und gelebte Regeln Ausdruck der subjektiven, individuellen Weltanschauung. Und jeder Mensch hat mit seiner Sicht der Dinge erstmal Recht. Ob diese Sichtweisen immer so hilfreich sind, steht auf einem anderen Blatt. Doch jeder Mensch darf prinzipiell denken und handeln, wie er/sie das will (Lernende schaffen im Lernprozess eine individuelle Repräsentation der Welt).

Nein, ich bin kein Fan von Anarchie und Chaos, sondern durchaus der Überzeugung, dass jede Gemeinschaft gemeinsam vereinbarte Regeln und Konsequenzen benötigt. Diesen Aspekt will ich hier auch außer Acht lassen. Ich beziehe mich darauf, dass wir andere mit unserem Weltbild/unseren Wertvorstellungen/unseren Lebensregeln vergleichen und Abweichungen davon gerne ungefragt dem Anderen auf die Achse tun: Als Tipp oder Anregung und ganz sicher mit bester Absicht.

Die hilfreiche Sichtweise “Die Landkarte (in meinem Kopf) ist nicht das Gebiet (die Welt drumherum)” begegnet mir momantan an vielen verschiedenen Stellen und Situationen, wo ich erkenne, dass dieses Wissen (sowie die Umsetzung) nützlich wäre: Es ließen sich viele Konflikte und Missverständnisse vermeiden, wenn der Aspekt der Interpretation reduziert und der Anteil wirklicher WAHRNEHMUNG erweitert wird.

 

In mir ist schon lange der Impuls zu hinterfragen, was genau Wahres an den zig Regeln ist, die uns so oft begegnen. “Ist das wirklich so?” “Woran genau machst du das fest?” “Will ich das auch so?” “Wie genau will ich es denn?” “Was genau erscheint mir für meine Lieben und mich als sinnvoll?”… Und so entstehen wiederum meine Überzeugungen und Normen – mit dem Unterschied, dass sie sich für mich passend und stimmig anfühlen. Und aus meiner Sicht ist da was dran: Kein Mensch hat das Recht, das Leben eines anderen zu kritisieren – denn es ist sein eigenes und nicht ihr Leben.

Hinterfrage deine Situation und entscheide: Bist du glücklich und zufrieden? Weiter so ;) Wenn nicht: Ändere etwas, entwerfe dein Bild/Erleben, wie es sein soll – und sprich mich gerne zur Unterstützung an ;) .

Über Isabel Kempinski

1976 erblickte ich im schönen Remscheid, der Hauptstadt des Bergischen Landes, das Licht der Welt. Seit ich denken kann besteht meine Faszination darin, Menschen zu bewegen und zu begleiten. Facettenreiche Tätigkeiten im Dienstleistungsbereich ermöglichten mir vorerst als Mitarbeiterin, später als Abteilungsleiterin und Führungskraft, unterschiedliche Perspektiven sowie Rollen einzunehmen. Weitere Erfahrungswerte aus den Bereichen Industrie und Handwerk ermöglichen mir heute eine ganzheitliche, praxisnahe wie authentische Herangehensweise als Kommunikations- und Führungskräftetrainerin. Mir bereitet es tiefe Freude, individuelle und maßgeschneiderte Strategien zu entwickeln, um diese bei meinen Kunden nachhaltig zu implementieren. Darüber hinaus bin ich Co-Trainerin in unserer Coach-Ausbildung und begleite Menschen bei ihrem Wachstum. Ich bin Menschenbewegerin aus Passion und geleite Sie gerne mit Begeisterung, Know-How und Empathie zu Ihren zielgerichteten, zukunftsfähigen und individuelle Lösungen.

Alle Artikel von Isabel Kempinski

Die Kommentare sind geschlossen.